Gesundheitsabend im Kulturforum Oberalteich

im Bild (von links): Gundula Stärz-Spring, Dr. Johann Federhofer, Dr. Andrea Fenk-Mayer, Dr. Ingrid Kölnberger und Dr. Andreas Comman.

Der Hals als Dreh- und Angelpunkt für das Wohlbefinden
Interdisziplinärer Gesundheitsabend im Kulturforum Oberalteich

Wichtige Körperfunktionen bündeln sich im Hals – so die Erkenntnis aus dem Gesundheitsabend der Klinik Bogen und AOK im Kulturforum Oberalteich am vergangenen Donnerstag.
Dass jeder Facharzt unter „Halsinneres“ etwas anderes versteht und aus seiner Warte Recht hat, zeigten die Vorträge von Dr. Andreas Comman (Schilddrüse), Dr. Johann Federhofer (Hals-Nasen-Ohrenheilkunde) sowie Dr. Ingrid Kölnberger und Dr. Andrea Fenk-Mayer über die Halswirbelsäule.
Für Auflockerung sorgte eine Entspannungspause mit Übungen für Hals und Nacken unter Anleitung der Krankengymnastin und AOK-Referentin Gundula Stärz-Spring. Das Sanitätshaus Hausladen stellte am Stand diverse Hilfsmittel für die Hals-Nacken-Gesundheit vor.

Schilddrüse „wie Ihre Heizung im Keller“

Dr. Comman ist Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und minimal invasiven Chirurgie der Klinik Bogen und niedergelassener Chirurg der Praxis MINAVIS im FachArztZentrum Bogen. Er zog eine Parallele zur Heizungsanlage im Keller eines Hauses, um die Aufgaben des Speicherorgans Schilddrüse zu veranschaulichen. „Schilddrüsenhormone beeinflussen alles im Körper, was mit Energieproduktion zu tun hat“, erklärte er, also das lebenswichtige Herz-Kreislaufsystem, Antrieb, Psyche, Haut, Haare, Knochenbau, Nerven und vieles mehr.
Unter- oder Überfunktion, Entzündungen und auch Tumore seien nach wie vor gängige Erkrankungen, jedoch laut Dr. Comman inzwischen gut behandelbar. Neue OP-Techniken schonen den Stimmbandnerv und ermöglichen nahezu unsichtbare Narben durch Mikrochirurgie oder Zugänge über die weibliche Brust.

Heiserkeit: Flüstern besonders schädlich

Empfehlungen gegen Beschwerden im Hals-Rachen-Raum gab Dr. Federhofer. Er ist HNO-Belegarzt an der Klinik Bogen mit Praxis in Straubing. Während bei einem „banalen Infekt“ mit Halskratzen die bekannten Hausmittel, viel Trinken, Schlaf und Wärme Linderung bringen, sei bei Symptomen wie hohem Fieber, Muskel- und Bauchschmerzen ärztlicher Rat angesagt. Die Halswehursachen Virusgrippe und Pfeiffer‘sches Drüsenfieber können auch schwere Verläufe nehmen. Eitrige Abszesse als schwerwiegendes Problem bei Mandelentzündungen müssen im Ernstfall mit einem kleinen Schnitt eröffnet und gespült werden. Bei Kehlkopf- und Stimmbandentzündungen riet Dr. Federhofer zu absoluter Stimmschonung. Er schilderte, wie die Stimmbänder beim Flüstern sogar noch stärker unter Spannung stehen als beim normalen Sprechen.

Feinste Strukturen auf engem Raum

Gut gelockert ging es nach der Pause in den orthopädischen Teil des Abends. Dr. Kölnberger vom Orthozentrum Bogen, die belegärztlich an der Klinik Bogen operiert, stellte die Anatomie der Halswirbelsäule vor. Deren Wirbelkörper tragen den Kopf, doch machen sie ihn auch dank filigraner Gelenkstrukturen und fein aufgefächerter Muskelstränge sehr beweglich. Welche Probleme hier am häufigsten sind, erklärte Dr. Fenk-Mayer vom Orthozentrum, die an der Klinik Bogen Wirbelsäulenoperationen durchführt.
Gegen Schmerzen an den empfindlichen Muskelansätzen gibt es, je nach Dauer und Ausprägung,  verschiedene Methoden. Diese reichen von Physiotherapie, Anwendung von TENS-Geräten, nervennahem Anspritzen der Triggerpunkte, bis zur Verödung des Schmerznerves.
Im Teufelskreis aus Stress, Verspannung und Schmerz, es viele Therapieansätze. Diese Ansatzpunkte bedürfen der Unterstützung von psychologischer, konservativ-orthopädischer und schmerztherapeutischer Seite.

Ist dennoch eine Operation erforderlich, steht eine Bandbreite an OP-Verfahren mit guten Prognosen zur Verfügung. Diese reicht von der einfachen Versteifung von Wirbelsegmenten, über die Cage-Implantation über mehrere Segmente bis hin zur beweglichen Bandscheibenprothese. Angewandt werden sie bei schweren verschleiß- oder verletzungsbedingten Schäden und Bandscheibenvorfällen mit Druck aufs Rückenmark.

Gesundheitsabend im Kulturforum Oberalteich